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SVW-Blogschau No. 8

Lars war in der letzten Woche leider verhindert, darum kommt die wöchentliche Blogschau diesmal von der Ersatzbank. Am und um den Osterdeich ist aber ’ne Menge passiert: Englische Woche, Aaron Hunt sagt Lebewohl, auch Iggy und Klaus-Dieter Fischer wollen nicht verlängern und in grün-weißen Diskussionsplattformen aller Art wird hyperventiliert über Dutt diskutiert. Und während die anderen Mannschaften schon wieder spielen gibt es an dieser Stelle statt Sportschau oder 17-Uhr-Tee einen Blick zurück in die grün-weißen Blogs Eures Vertrauens. In diesem Sinne: »Keep calm and read a blog!«
Hier ist die erste Halbzeit:

»Demonstration gescheitert«

Gegen Freiburg sieht Burning Bush von #werder2013 eine gescheiterte Demonstration der Fähigkeiten Robin Dutts und das Spiel auf Kosten aller als »vercoacht«: Das Experiment (samt Umstellung der etablierten Rautenformation) ging nach Ansicht des Verfassers »derbe in die Hose« – und blieb damit deutlich unterhalb der eigenen Genussgrenze.

»Gegen Freiburg: Rückschritt«

Lars hat im Werderblog einen umfangreichen Spielbericht parat, sucht darauf aufbauend nach Gründen für die Niederlage und nimmt auch explizit Dutt ins Visier: »Dem Bremer Trainer muss man allerdings schon die Frage stellen, warum er sich entschieden hat, so gegen Freiburg spielen zu lassen.« Lars hätte lieber das einfache (aber effektive) Spiel aus den letzten Auftritten gesehen.
Direkt nach Spielende wurde in einem ersten, kurzen Blogpost übrigens darauf verwiesen, wie »die Statistik lügt«. Manchmal zumindest.

»SC Freiburg – SV Werder Bremen 3:1«

TR serviert bei der Spielverlagerung gewohnt taktische Feinkost und sieht einen verdienten Sieg der Freiburger. Und viel zu harmlose Bremer. Bei allen Defiziten lässt sich auch Hoffnungsvolles ausmachen; »Das Ballbesitzspiel sieht durchaus vielversprechend aus, die Abläufe in der Tiefe deuten Potential an und auch die grundlegenden Gesamtstrukturen funktionieren teilweise. Es fehlt nur daran, dies alles bis ins letzte Drittel richtig auszuspielen.« Ein Mangel an kreativen Zwischenraumspielern erschwere ein solches Spiel aber nachhaltig.

»Il male, il brutto, il cattivo«

Bei Vert et Blanc macht der Auftritt der Mannschaft gegen Freiburg einen sehr kraftlosen Eindruck, der auch die von Robin Dutt häufig als Minimalbedingung geforderte Wettkampfmentalität vermissen ließ. Summa summarum ein ebenso erschreckendes wie enttäuschendes letztes Kapitel der vielzitierten »Wochen der Wahrheit« – weniger wäre sprichwörtlich mehr gewesen: »I was back with the feeling, much deeper and much more frightening this time, that I was chained to the club, and thus to this miserable half-life, forever.« 

»Punktlos in Freiburg: Grünweiß-Stammtisch 14-21«

Auch in der aktuellen Folge des Grünweiß-Podcasts wird auf die ernüchternde Partie gegen Freiburg zurückgeblickt. Im Anschluss daran werden Hörerfragen diskutiert und schließlich in einem längeren Block die aktuelle Vertragssituation am Osterdeich beleuchtet (Kollege /snb hat das letzte Woche schon mal schriftlich aufgedröselt).

 

Nach dem ernüchternden Auftritt in Freiburg richteten sich alle Augen auf die Partie gegen Wolfsburg. Kurze Wartezeit, Dienstagabend, Flutlichtspiel im Weserstadion – alles hätte so schön sein können. Aber dann kam alles anders. Steffen kommentierte als Erster, noch am späten Abend:

 

»Werder – Wolfsburg 1:3, wieder Abstiegskampf, nur Standards, Dutt«

Ausführlich beschreibt Steffen Werders schwachen Auftritt und die zentralen Probleme dabei. Explizit wird hierbei auch Dutt kritisiert: »Wie kann man sich als Trainer nach dem 1:3 für weitere 10 Minuten ansehen, wie das eigene Team ohne jegliche Torgefahr Fußball spielt? Schon die ganze zweite Hälfte roch es nicht nach dem Ausgleich, wieso also nichts versuchen? Irgendwie eingreifen?« Steffen hofft, dass der Trainer schnell zu einer Punkte bringenden Taktik zurückfindet – notfalls halt »defensiv und hässlich«.

»Verständnisfragen«

Andreas verzichtet im Werder-Exil auf einen Spielbericht. Stattdessen stellt er sich und seinen Leserinnen und Lesern fünf grundlegende Fragen zu Werders aktueller Verfassung und Zukunft. Für die kommende Saison wünscht er sich eine weniger beunruhigende Form: »Mit welchem Kader, mit welchem Trainer? Das ist nebensächlich.«

»Vom Abstiegskampf auf ›bestellten Feldern‹«

Auch Jay-Jay sieht nach dem Spiel viele Fragezeichen und erinnert daran, dass Abstiegskampf vor allem aus Enttäuschungen besteht. Anlässlich der Rückkehr Klaus Allofs’ verweist er dessen Aussagen von »bestellten Feldern« ins Reich der Märchen. »Trotzdem stehen wir immer noch deutlich über dem Strich und das ist auch ein Zeichen von einer gewissen, wenn auch äußerst speziellen Qualität. Es wird Zeit, dass wir diese wieder zeigen.«

»Hängengeblieben«

Lars sieht den SV Werder im Abstiegskampf hängengeblieben und richtet den Fokus seiner Nachbetrachtung auf Standards, hohe Bälle, Einwürfe und individuelle Leistungen. Mit Blick aufs Restprogramm muss er schlucken: »Sechs Punkte in diesen sieben Spielen wären noch gut. Wie auch immer. Gegen wen auch immer.«

»There Is A Light That Never Goes Out…«

Für Vert et Blanc habe ich auf die Partie gegen Wolfsburg zurückgeblickt. Statt hysterischer (Trainer-)Diskussion wird zu Besonnenheit gemahnt. Um nicht auch noch das letzte Pfund zu riskieren, mit dem Werder derzeit wuchern kann: die vielzitierte »Wettkampfmentalität«. Mannschaftsentwicklung ist ein Geduldsspiel. Die Spieler müssen den (Abstiegs-)Kampf wieder entschiedener annehmen und ihre Anhänger sie dabei weiterhin unterstützen. Auch wenn das mitunter schwer fällt…

»SV Werder Bremen – VfL Wolfsburg 1:3«

Bei der Spielverlagerung sah man überlegene Wolfsburger und das zuletzt verbesserte Defensivspiel Werders in Gefahr – und »damit ein besorgniserregendes Hauptproblem« eines insgesamt unbefriedigenden Auftritts.

»Nichts zu sagen«…

… hatte Burning Bush nach Spielende. Mit Blick auf die unvermeidliche Trainerdiskussion in den sozialen Medien notiert er: »Die Luft wird spürbar dünner und die Diskussionen drehen sich mal wieder im Kreis. Den Trainer zu entlassen, wäre eine Option – nicht meine. Dieses völlig verunsicherte Gebilde aus Mannschaft und Trainern muss da jetzt durch.« Bilanziert werde am besten nach Saisonende.

»Freiburg, Wolfsburg und andere Ärgernisse«

Bei der Rautenliebe wird die Schreibpause beendet und auf die Partien gegen Freiburg und Wolfsburg zurückgeschaut: »Sportlich machte Werder in den letzten zwei / drei Spielen also vier Schritte zurück. Tabellarisch ist zwar noch etwas Luft, doch auch die wird dünner.« Es wird vor allem ein effektiver Stürmer vermisst – ein Wunsch, den ich durchaus unterschreiben kann. Gegen Hannover wird auf eine kämpferisch überzeugende Leistung gehofft.

»Danke, Aaron Hunt«

Steffen richtet Dankesworte an Aaron Hunt, der Werder nach Ende der Spielzeit ablösefrei verlassen wird, vermutlich in Richtung Türkei. Steffen berichtet unter anderem von einem gemeinsamen Bolzplatz-Kick und glaubt und hofft, dass Aaron auch in den letzten sieben Spiele alles geben und Werder beim Verbleib in der Bundesliga helfen wird: »Wenn der Klassenerhalt nach dem Spiel gegen Berlin perfekt ist, wirst du mit dem fettesten Applaus der letzten Jahre aus deinem Stadion verabschiedet werden und ich bin mir sicher, dass sich dann auch der letzte Kritiker von seinem Sitz erheben und dir seinen Respekt zollen wird.«

»Lennarts Abschiedsbrief an Aaron Hunt«

Kein Blogpost im engeren Sinne – aber ein so guter Text, dass er hier nicht fehlen soll: Sehr persönliche und bewegende Worte von Lennart an den letzten Spieler, »den man den Spektakelfußball früherer Jahre in Zusammenhang bringen kann.« Der Abschied Hunts als definitives Ende einer Ära. »Vielleicht fehlte dir diese gewisse Extravaganz die anderen prominenteren Kameraden anhaftete, doch du wahrst niemals jemand der sich in den Vordergrund drängte, was du tatest diente immerzu dem Team, Eigensinn lag dir fern, du lenktest die Mannschaft von Innen heraus. Angemessenen Respekt hast du dafür jedoch nur zu selten erfahren, dabei hast du mehr als nur einmal bewiesen das du ein Kämpfer bist und für deinen Verein immer bereit bist Alles zu geben, umso schmerzlicher ist dein Verlust für mich nun, zu einem Zeitpunkt wo der Wille die letzte Wehr darstellt.«

Zuletzt noch zwei Hinweise ohne konkreten Bezug aufs Wochengeschehen:

»Das Vertrauen in die Sportmedien«

Nicht direkt Werder, trotzdem lesenswert: Lars hat das Promo-Interview Pep Guardiolas (hatte Klopp nicht neulich auch so eins?) zum Anlass genommen, über (sport-) journalistische Standards nachzudenken und daran zu erinnern, dass es im Journalismus (im Unterschied zu bloßer PR) immer auch um das Stellen unangenehmer Fragen gehen muss.

»Da ist das Ding«

Zuletzt erlaube ich mir noch den Hinweis auf ein ganz persönliches Highlight der letzten Blogwoche: Unser Artikel »They can’t relax with modern Football« wurde von den Leserinnen und Lesern bei Fokus Fußball zum »Fußballblogbeitrag des Monats« gewählt (Kollege /snb hatte das ja angekündigt). Auch wenn die Erwähnung hier nun bedenklich nach Eigenlob riecht, läge mir das an dieser Stelle nicht ferner. Ich spreche für die ganze Crew von Vert et Blanc, wenn ich sage, dass wir sehr froh sind. Darüber, dass unsere Replik auf den 11Freunde-Artikel versus RB Leipzig dabei offenbar als das wahrgenommen wurde, was er sein sollte: als Beitrag zu einer Diskussion, die unserer Meinung nach jeden Fußballfreund und jede Fußballfreundin etwas angeht. Und vielleicht sogar jene Leute, denen Fußball egal ist (klingt seltsam – aber die soll es wirklich geben).

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